M u s i k p ä d a g o g i k
1. Einzeltitel
2. Reihe "Musikpädagogische Impulse"
3. Reihe "PianoPädagogik"
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1.Einzeltitel
Brigitte Bryner-Kronjäger
Treffpunkt Unterricht. Wahrnehmungsraum instrumentaler und vokaler Einzelunterricht.
Die Drucklegung wurde unterstützt von der Zürcher Hochschule der Künste.
Inhalt: "Treffpunkt Unterricht - Wahrnehmungsraum instrumentaler und vokaler Einzelunterricht" ist ein Begegnungsfeld für Lehrperson und Schüler, mit allen Hintergründen, die wirksam sind. Der Text ist das Ergebnis intensiver Fragestellungen aus der Praxis des Musikunterrichts und basiert auf den beiden vorausgegangenen Büchern "Üben ist doof" und "Querfeldein". Er bringt darum möglichst keine Wiederholung, wohl aber Vertiefung und Ausweitung der dort abgehandelten Thematik. Gemeint ist Unterricht,der immer wieder neu wahrgenommen wird, in der Nähe und aus der Ferne. Er will mehr sein als "schülerorientiert" oder "schülerzentriert". Grundtenor ist dabei die Ausrichtung auf das konstruktiv-kreative Handeln nach Carl Rogers.
Die Darstellung erfolgt durch 36 kurze Essays, in denen es die Autorin durch Fokussierungen in "Blickpunkten" und "Exkursen" dem Leser leichtmacht, die Wahrnehmung wandern zu lassen. Inhaltlich oszillieren die Kapitel zwischen einer Auseinandersetzung mit grundlegenden Parametern der Musik, pädagogischen Überlegungen, psychologischen Betrachtungen und - ex aequo - philosophischem Gedankengut. Dabei soll es keineswegs darum gehen, Rezepte für einen Instrumental-/Vokalunterricht auf gesteigertem Anspruchsniveau zu präsentieren, sondern darum, den eigenen Standort zu verorten und weiterzuentwickeln.
104 Seiten, Umschlagsgestaltung: Theo Pflüger, Zollikon (Schweiz)
ISBN 978-3-929379-21-1 |
Erscheinungsdatum: Mai 2009 |
14,00 € |
1) Buchvorstellung durch die Autorin ( NMZ 11/09, S. 50). 2) Rezension: Es sind Essays einer Praktikerin, die gern philosophiert und die Dinge beim Namen nennt. [...] Eine kurzweilig zu lesende, oft tiefe Problemkreise berührende und manchmal auch sehr amüsante Lektüre aus dem Muth-Verlag. (NMZ 4/10, S. 29).
2.Musikpädagogische Impulse
herausgegeben von Peter Ackermann und Ulrich Mazurowicz
Die Reihe „Musikpädagogische Impulse" macht mit Arbeiten bekannt, die in ihren Fragestellungen und Methoden ungewöhnliche Perspektiven eröffnen und – wo sie selbst nur vorläufige Antworten finden – weitere Studien nahe legen. Es handelt sich dabei um Dissertationen, Magister-, Diplom- und Examensarbeiten sowie um Schriften, die speziell für die Veröffentlichung in dieser Reihe verfasst wurden. Sie nimmt nicht nur den schulischen Musikunterricht, sondern alle musikpädagogischen Tätigkeitsfelder in den Blick. Sie wendet sich nicht nur an Wissenschaftler, sondern auch an solche Leser, die in der musikpädagogischen Praxis stehen.
Band 9
Institut für Musikpädagogik Frankfurt am Main (Hrsg.)
Zielstringenz in der Musikpädagogik. Zum Gedenken an Sigrid Abel-Struth (1924-1987)
Inhalt:
Burkhard Muth
Statt eines Vorworts: Zur Zielstringenz in der Musikpädagogik (S.7-20)
Vom Wesentlichen zum Grundsätzlichen - Zu Sigrid Abel-Struth (S.21-38)
Die Reihe „Musikpädagogik. Forschung und Lehre" (S.39-56)
Der Sigrid-Abel-Struth-Preis (S.57-58)
Peter Ackermann
Musikpädagogik und kritische Theorie
(S.59-66)
Stefan Hörmann
Aktuelle Entwicklungen in der deutschen Musikpädagogik (S.67-86)
Winfried Kirsch
Versuch
über die „wahre Art", Mozart auf dem Klavier zu spielen - Die Klaviersonate A-Dur, KV 331 (300i)und ihre Interpreten (S.87-120)
Armin Langer
Zur Entwicklung der Schulmusik in Österreich (S.121-138)
Ulrich Mazurowicz
Ziele des Musikunterrichts (S.139-150)
Sprache und Sprechen im Musikunterricht (S.151-164)
Außereuropäische Musik im Unterricht
(S.165-174)
Burkhard Muth
Theodor Leschetizky
(1830-1915) - Klavierlehrer, Pianist und Komponist (S.175-206)
Stefan Schaub
Erwachsenenbildung im freien Beruf? Erfahrungen und Anregungen (S.207-218)
Katharina Schilling-Sandvoß
Prinzipien
der musikalischen Früherziehung im Spiegel der Jahrhunderte (S.219-240)
Jürgen Vogt
„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum" - Über einen Satz Nietzsches in musikpädagogischer Absicht (S.241-254)
Ulrike Wingenbach
Volkslied oder Rap-Song? Über den heutigen Stellenwert des Singens in der Schule (S.255-266)
Burkhard Muth
Wenn nichts geschieht, kann viel passieren. Ein Epilog (S.267-280)
290 Seiten, 5 Graphiken
| ISBN 978-3-929379-16-7 | Erscheinungsjahr: 2007 | 32,00 € |
1) NMZ-Buch-Tipp: Vierzehn Jahre prägte Abel-Struth das Frankfurter Institut, in dem sie u. a. den Magisterstudiengang Musikpädagogik einführte und damit eine betont wissenschaftliche Ausrichtung des Faches anstrebte. Ein kontrovers diskutierter Themenkreis, der natürlich auch in der vorliegenden Ehrengabe aufgegriffen wird. (NMZ 3/2008, S. 51)
2) Rezension: Der neu erschienene Band in der Reihe "Musikpädagogische Impulse" im Musikverlag Burkhard Muth dokumentiert auf detaillierte Weise das Wirken der bedeutendsten Musikpädagogin des 20. Jahrhunderts, Sigrid Abel-Struth. Das große Ziel, einst kaum ernstgenommen und belächelt von den Wissenschaftskollegen, Musikpädagogik als Hochschuldisziplin zu etablieren, ist ihr nach hartnäckigen Kämpfen gelungen und man hätte gewünscht, dass sie die Früchte ihrer Arbeit länger hätte genießen können. [...] Der Band "Zielstringenz in der Musikpädagogik" zum Gedenken an Sigrid Abel-Struth führt in vielen kompetenten Artikeln die immer noch gärende Problematik vor Augen. (NMZ 9/2008, S. 27)
Band 8
Claudia Kopitzki
Lampenfieber bei Musikern. Umgangs- und Präventionsmöglickeiten (= Musikpädagogisches Grundwissen, Band 2). Mit einem Beitrag von Burkhard Muth.
Inhalt: Jeder Musiker, Künstler und öffentlich Auftretender kennt es, braucht es, fürchtet es oder hasst es: das Lampenfieber. Für den einen ist es eine positive Spannungsquelle für mehr Konzentration, Produktivität und Effektivität, für den anderen ist damit Angst vor dem Auftritt verbunden oder die Befürchtung, während des Auftritts zu versagen. Unweigerlich treten somatische Symptome hinzu, die das Lampenfieber verstärken, und schon ist eine kleine oder größere Katastrophe vorprogrammiert.
Ziel dieser Studie ist es, aus dem umfangreichen, teilweise schwer zugänglichen Material zum Thema Lampenfieber wesentliche Gesichtspunkte herauszuarbeiten. Wie nicht anders zu erwarten, ist das sich ergebende Bild überaus komplex, da eine Fülle von Ursachen, die grundsätzlich auch gleichzeitig eine Rolle spielen können, zwangsläufig zahlreiche Bewältigungsstrategien nach sich ziehen.
Ausgangspunkt der Darstellung ist ein Beitrag von Burkhard Muth über den Begriff „Lampenfieber". Danach beschreibt die Autorin Claudia Kopitzki die Indikatoren von Lampenfieber (körperliches Ausdrucksverhalten, vegetative Erscheinungen, Depersonalisation, kognitive Erscheinungsbilder, externe Variablen) und stellt diese in einen allgemein-biologischen Zusammenhang. Dabei geht es neben einer Abgrenzung zur Furcht um Angst in seinen verschiedenen Spielarten, von seiner lebenserhaltenden Funktion als uralte Alarmbereitschaft bis hin zu deren Entgleisung in Form einer Angststörung. Es folgt eine Darstellung der physiologischen Aspekte des Lampenfiebers, an die sich auf Grund der oft schwer zu ziehenden Trennlinie eine Betrachtung der psychologischen Gesichtspunkte anschließt. In dem den ersten Teil abschließenden Kapitel „Soziokulturelle und pädagogische Faktoren" stehen grundlegende Überlegungen zur Persönlichkeit des Musikers in seinen verschiedenen Facetten von seiner Biographie über die berufliche Entwicklung bis zur Beziehung zur Kultur seiner Zeit.
Im zweiten Kapitel geht es um verschiedene Untersuchungen zum Thema Lampenfieber, wobei die Autorin der Frage nachgeht, ob etliche in der Literatur zu findende Aspekte durch empirische Untersuchungen bestätigt werden können. Dabei geht es vor allem um das Verhältnis von Gesichtspunkten, die die Vorbereitung betreffen, und den situativen Faktoren des Lampenfiebers. Daraus ergeben sich im dritten Kapitel die Maßnahmen für die Bewältigung des dysfunktionalen Lampenfiebers. Zum Schluss wird auf die besondere Verantwortung des Musiklehrers hingewiesen, die im Umgang mit Vorspielsituationen eine besondere Rolle spielt, und eine stärkere Einbindung der Musikphysiologie in die Musikausbildung als Desiderat in den Raum gestellt, da ein unzureichender Umgang mit Üben und Musizieren zu Spielschäden bis zur Berufsunfähigkeit führen kann.
Die Bedeutung dieser in klarer Diktion verfassten und stringent aufgebauten Studie besteht darin, einen Beitrag dazu zu leisten, die Kluft zwischen einer großen Zahl von Arbeiten zu diesem Thema, die entweder unveröffentlicht oder schwer zugänglich sind, und der geringen Zahl von greifbaren Ergebnissen zu schließen, indem alle wesentlichen Aspekte im Sinne von „Musikpädagogischem Grundwissen" herausgearbeitet, gleichzeitig im Sinne eines „Musikpädagogischen Impulses" aber auch Ansätze für eine weiterführende Beschäftigung zur Diskussion gestellt werden.
140 Seiten, 8 Graphiken
| ISBN 978-3-929379-14-3 | Erscheinungsjahr: 2007 | 18,00 € |
Rezensionen:
1) Dieses Buch [...] ist sehr umfassend geschrieben, indem es tatsächlich alle Bereiche rund um das Thema "Lampenfieber" abdeckt. Eine Publikation, die für Musiker und Musiklehrer von höchstem Interesse sein dürfte. [...] stellt die Publikation [...[ einen wichtigen Beitrag zu dieser alltäglichen und doch zu wenig ernstgenommenen Problematik dar. (NMZ 2007/09, S. 29)
2) Eine neue Veröffentlichung zum Thema Lampenfieber macht neugierig.[...] Gleich vorneweg: Der Unterschied besteht hauptsächlich im wissenschaftlichen Anspruch.[...] Dennoch ist dank der klaren Sprache der Duktus auch für einen wissenschaftlichen Laien gut verständlich.[...] Hier findet der Leser die Zusammenfassung dreier Ratgeber, die in großen deutschen Musikverlagen erschienen sind. Wer sich also vor der Anschaffung dieser Bücher scheut und eine Darstellung vorzieht, die auch Erscheinungsbild und Ursachen von Lampenfieber beschreibt, für den sei dieses Buch empfohlen. (NMZ 12/07, S. 56)
Band 7
Ulrich Mazurowicz
Gegenstände des Musiklernens und Methoden des Musiklehrens. Ein Leitfaden für das Studium der Musikpädagogik und zur Prüfungsvorbereitung (= Musikpädagogisches Grundwissen, Band 1).In memoriam Sigrid Abel-Struth(1924-1987 )Inhalt: Die Gegenstände des Musiklernens gehören zu den ureigensten Aufgaben des Musikunterrichts, sei es im freiberuflichen Bereich oder in dem der allgemein bildenden Schulen. Es ist daher sinnvoll für Lehramtsstudierende aller Schularten, für Studenten, die den Magister- bzw. demnächst den Bachelor-/Masterstudiengang absolvieren sowie für Studierende der Instrumental- und Gesangspädagogik (IGP, früher SMP) diese Gegenstände genauer zu studieren und tiefer zu reflektieren. Im ersten Teil des vorliegenden Leitfadens geschieht dies an den Gegenständen Singen (unter stimmbildnerischen Aspekten), Instrumentalspiel, Musiktheorie, Hören im Musikunterricht, Improvisation und Einübung ins Musikleben. Die Überlegungen dieser sechs Kapitel folgen alle einem einheitlichen Grundmuster, indem bei jedem Unterrichtsgegenstand hinterfragt wird, welche Inhalte wie vermittelt werden sollen.
Der zweite Teil des Buches untersucht fünf etablierte Methodenkonzepte zu Themen des Musikunterrichts an allgemeinbildenden Schulen in ähnlicher Gedankenführung: Es handelt sich dabei um den frühen musikalischen Beginn, das Musizieren in der Klasse, das Keyboard im Musikunterricht, populäre Musik im Unterricht und das Komponistenportrait. Über allgemeine Überlegungen hinaus wird dieses am Beispiel der beiden Komponisten Claudio Monteverdi und Paul Hindemith näher ausgeführt.
Im dritten Großkapitel geht es um den pädagogischen Umgang mit Musik. Die Musikpädagogin Sigrid Abel-Struth, der diese Schrift zum Andenken gewidmet ist, mahnte in diesem Zusammenhang an, dass die gegenwärtigen Phänomene menschlichen Umganges mit Musik zu pädagogischen Reaktionen geführt hätten, die nicht nur immer vielfältiger, sondern auch widersprüchlich und gegensätzlich wurden. Solch kritische Einlassungen können vielleicht mit folgenden Stichworten einer Lösung zugeführt werden: innerer Lehrplan, Fundamentum und Additum und das exemplarische Prinzip. Mit anderen Worten: Was ist im Musikunterricht als tragfähige Grundlage unabdingbar notwendig und was als Ergänzung oder „schmückendes Beiwerk" anzusehen?
In diesem Buch finden sich keine direkten Antworten auf diese Fragen, sozusagen als Anpreisung von Rezepten für einen erfolgreichen Musikunterricht. Vielmehr werden sie in dem Sinne eingehend reflektiert, dass die Leser durch ihre Lektüre Planungs- und Entscheidungskompetenz erwerben und so später in konkreten Situationen der Musikvermittlung selbstständig urteilen und handeln können.
178 Seiten
| ISBN 978-3-929379-13-6 | Erscheinungsjahr: 2005 | 22,00 € |
Band 6
Katrin Brandl
Hans-guck-in-die-Luft und Zappelphilipp in Musikschule und allgemeinbildender Schule.
Medizinische Grundlagen, heilpädagogische und soziale Aspekte des Aufmerksamkeitsdefizit/ Hyperaktivitäts-Syndroms und seine Beeinflussbarkeit durch Musikerziehung (= Beiträge zur heilpädagogischen Musikerziehung, Band 1).
Inhalt: Kinder, die wegen ihrer Aufmerksamkeits/Hyperaktivitätsstörung (ADHD) verhaltensauffällig sind, stellen Lehrer, Erzieher und Therapeuten immer wieder vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Einige mögen im Umgang mit AD(H)D-Kindern Strategien und Lösungen im eigenen Berufs- und Erfahrungsfeld gefunden haben. Die mehrjährige Tätigkeit der Autorin als Dozentin bei Fortbildungsveranstaltungen zeigte jedoch, dass insbesondere im Bereich der (Musik-)Pädagogik ein großer Informationsbedarf besteht. Dies beruht im ganz Wesentlichen darauf, dass die Thematik fächerübergreifend sehr stark sonder- und heilpädagogische sowie medizinische Sachverhalte berührt, die in der Regel nicht Bestandteil der (musik-)pädagogischen Ausbildung sind.
Die hier vorliegende Studie stellt in ihrer globalen Sichtweise therapeutische wie pädagogische Interventionen nicht nur vor, sondern auch in einen Zusammenhang. Sie kann somit der Schlüssel zu einem Umgang mit AD(H)D-Kindern sein, der schwerpunktmäßig durch positiven und fördernden (Musik-)Unterricht und durch verhaltensmodifizierende Maßnahmen eine erfolgreiche und befriedigende Arbeit in greifbare Nähe rücken lässt.
Der erste Teil befasst sich zunächst mit dem Phänomen der Aufmerksamkeitsstörung mit und ohne Hyperaktivität. Über einen Einblick in Gehirnfunktionen und dort repräsentierte Wahrnehmungsbereiche gelangt die Autorin zur Diagnostik, Entstehung und Aufrechterhaltung der AD(H)D, die sie aus Sicht der Psychologie, der Moto- und Ergotherapie sowie der Neurologie betrachtet. Auf der Basis eines erweiterten Störungsbilds beschreibt sie die Probleme der Diagnosestellung in Abhängigkeit vom Zeitpunkt und von den Kriterien.
Der zweite Teil beschäftigt sich mit Wirkungen und Transferleistungen der Musik auf den Menschen. Dabei wird die Frage erörtert, ob und wie der Umgang mit Musik dem AD(H)D-Kind förderlich sein kann. Eine umfangreiche Aufzählung von Modifikationen für die Didaktik und Methodik an Musikschulen und ergänzend an allgemeinbildenden Schulen ermöglicht dem Pädagogen eine sofortige Umsetzung in die Praxis. Danach wird ein im Rahmen eines Kindergartenprojektes für wahrnehmungsauffällige Kinder erarbeiteter Unterrichtsentwurf vorgestellt, der den Ansatz für die musikalische Arbeit mit AD(H)D-Kindern liefern kann. Die im Anhang aufgeführten Diagnosekriterien bieten dem interessierten Leser die ergänzende Möglichkeit, eine erste vorsichtige Einschätzung des Kindes vorzunehmen.
In ihrer umfassenden Sichtweise wendet sich die Studie nicht nur an (Musik-) Lehrer an allgemeinbildenden Schulen und an Musikschullehrer, sondern insbesondere auch an Ärzte (v.a. Allgemeinmediziner, Kinderärzte, Neurologen), Heil- und Sonderpädagogen, Ergo- und Mototherapeuten, Psychologen und Erzieher. Auf Grund der anschaulichen Darstellungsweise, zu der auch Graphiken und Bilder gehören, und der Abrundung durch einen Glossar, können auch betroffene Eltern dem Buch wertvolle Informationen entnehmen.
206 Seiten, 6 Graphiken, 2 Abbildungen
| ISBN 978-3-929379-11-2 | Erscheinungsjahr: 2004 | 28,- € |
Band 5
Markus Hebsacker
Musikschulen in der Sackgasse? Über Schwierigkeiten und Chancen und Risiken eines Problemfalls kommunaler Kulturpolitik.
Inhalt: Kommunale Kulturinstitutionen prägen und spiegeln gesellschaftliche Identität und sind aus dem städtischen Alltag nicht mehr wegzudenken. Dennoch führt eine grundlegend veränderte Finanzsituation der bundesdeutschen Kommunen dazu, dass viele Einrichtungen wenn nicht geschlossen, so doch in ihrer Existenz in Frage gestellt werden.
Auch die öffentlichen Musikschulen, in der Regel im Verband der Musikschulen organisiert, befinden sich im Blickfeld kommunaler Finanzpolitiker. Hohe Kosten bei vergleichsweise wenigen „Kunden", machen die „Jüngste" im Bunde der Kulturinstitutionen zum attraktiven Ziel für Kämmerer. Aufgrund dieser Entwicklung setzt sich immer mehr der Gedanke durch, dass langfristige Handlungsspielräume nur mit einer inhaltlichen Neuausrichtung zu erreichen sind.
Das vorliegende Buch stellt die Musikschule als Einrichtung in den Kontext kommunaler Kulturpolitik und analysiert, wie diese sich im Spannungsfeld von Aufgabenstellung und Aufgabenbewältigung darstellt. Im Zentrum stehen Überlegungen, welche Mittel und Wege der Kulturpolitik zur Verfügung stehen, um dem Musikschulwesen langfristig Perspektiven zu sichern. Dabei kommt der Einrichtung lokaler Netzwerke und der Kooperation aller musikerzieherischen Kräfte eine besondere Bedeutung zu.
145 Seiten, zahlreiche Abbildungen
| ISBN 978-3-929379-10-5 | Erscheinungsjahr: 2004 | 18,- € |
Rezension: Dem Autor kann durchaus bescheinigt werden, dass ihm die Entwicklung des Musikschulsystems in Deutschland im Interesse der Sache am Herzen liegt. Geht er doch bereits in seinem Titel "Musikschulen in der Sackgasse?" von dem Dilemma aus, dass unzweifelhaft die musisch-kulturelle Bildung in Deutschland nicht aus inhaltlichen, sondern aus Finanzierungsgründen vor schwierigen Problemen steht. Der Ansatz, den er wählt, ist nicht nur diskussionswürdig, sondern findet in Einzelfällen bereits in der Praxis Anwendung.[...], dass die Arbeit für Kulturpolitiker/-innen, Kulturdezernenten/-innen und Musikschulleiter/-innen ein wichtiges Grundlagenwerk darstellt. (Mitteilungen des Deutschen Städtetags Nr. 98 vom 2. März 2004, S. 41)
Das vorliegende Buch stellt die Musikschule als Einrichrichung in den Kontext kommunaler Kulturpolitik und analysiert, wie diese sich im Spannungsfeld von Aufgabenstellung und Aufgabenbewältigung darstellt. Im Zentrum stehen Überlegungen, welche Mittel und Wege der Kulturpolitik zur Verfügung stehen, um dem Musikschulwesen langfristig Perspektiven zu sichern. Dabei kommt der Einrichtung lokaler Netzwerke und der Kooperation aller musikerzieherischen Kräfte eine besondere Bedeutung zu. (NMZ 3/2004, S. 27)
Band 4
Armin Langer / Wolfgang Moll
Abenteuer Musik. Ein Beitrag zur Hörerziehung für Grundschullehrer sowie Dozenten an Volkshochschulen und Universitäten.Unter Mitarbeit von Philipp Breitschädel-Sotgia und Gerhard Thiele. Cover
Inhalt: „Abenteuer Musik" stellt ein vom Hessischen Kultusministerium gefördertes Projekt dar, das auf einer Kooperation zwischen Volkshochschule, Grundschule und Universität basiert. Wie schon der zunächst verwendete Arbeitstitel „Integrative Schule des Hörens" zum Ausdruck bringt, versteht sich der im Bereich wissenschaftlicher Musikpädagogik sehr unterschiedlich verwendete Terminus Hörerziehung hier als Schlüssel zum musikalischen Erleben und Verstehen, auf der sämtliche musikalische Aktivitäten aufgebaut sind.
Im theoretischen Teil werden zunächst die drei Projektphasen beschrieben, die sich auf Unterricht in allen vier Schulstufen der Grundschule beziehen. Im Praxisteil werden elf unterschiedliche Umgangsweisen mit Musik handlungsorientiert aufgearbeitet und schülerorientiert beschrieben. Die anschließende Materialsammlung bietet vielfältige Anregungen zur eigenen Unterrichtsgestaltung und konzeptionellen Realisierung musikalischer Unterrichtsabläufe.
In seiner Mischung aus theoretischer Fundierung und konkretem Praxisbezug wendet sich das Buch an Studenten, Lehramtsreferendare und Musikausbilder an Studienseminaren, Musiklehrer an Grundschulen sowie Dozenten an Universitäten, Volks- und Fachhochschulen. Des Weiteren ist es auch als eine anregende Lektüre für den Bereich der musikalischen Früherziehung anzusehen.
87 Seiten, 5 Abbildungen
| ISBN 978-3-929379-06-8 | Erscheinungsjahr: 2001 | 12,- € |
Band 3
Stefan Hörmann / Burkhard Muth
Zum Magisterstudium der Musikpädagogik und seinen beruflichen Perspektiven. Cover
Inhalt: Das Magisterstudium der Musikpädagogik nimmt im musikbezogenen Studienangebot etlicher deutscher Hochschulen inzwischen einen festen Platz ein. Aufgrund vielfältiger Gestaltungsmöglichkeiten kann es für Ausbildung und spätere Berufstätigkeit attraktive Perspektiven eröffnen. Dennoch hat man ihm in Fachkreisen bislang kaum Beachtung geschenkt.
Die vorliegende Schrift beabsichtigt, das Magisterstudienfach Musikpädagogik und seinen beruflichen Horizont stärker ins Gespräch zu bringen. Insbesondere möchte sie allen mit dieser Ausbildung näher befassten bzw. enger verbundenen Personen – Studierenden, Absolventen, Studieninteressenten und Lehrenden – zur Information und Orientierung dienen.
Im Zentrum der Darstellung stehen – auf Ergebnisse einer empirischen Untersuchung gestützt – das Studium an der Universität München und seine Perspektiven. Ergänzt werden diese Ausführungen durch einen Überblick über Orte und Institutionen mit entsprechendem Studienangebot in Deutschland sowie biographische Notizen eines Frankfurter Absolventen zu seiner beruflichen Qualifizierung und Betätigung.
124 Seiten, 20 Abbildungen
| ISBN 978-3-929379-05-1 | Erscheinungsjahr: 2000 | 18,- € |
Band 2
Elke Heinrich
Komponieren im Spannungsfeld von künstlerischem Anspruch und pädagogischer Realität.
Eine Untersuchung zur Problematik pädagogischer Musik am Beispiel des Schaffens von Christian Ridil. Cover Christian Ridil
Inhalt: Es ist unbestritten, dass ein guter Musiker nicht vom Himmel fällt, auch wenn das eine oder andere „Wunderkind", deren die Musikgeschichte ja einige erlebt hat, diesen Gedanken nahelegen könnte. Nichtsdestotrotz gibt es viele Menschen – und diese nicht nur unter den Berufsmusikern –, die ein hohes Niveau beim Musizieren erreicht haben. Sie alle begannen in der Regel mit Schulen, Etüden und leichten Stücken und sind im Laufe der Zeit zu immer komplexeren Werken vorgedrungen. Oft zeigte sich auch, dass Stücke, die bereits am Beginn der musikalischen Studien gerade noch technisch bewältigt werden konnten, erst nach langer Zeit wirklich verstanden wurden und musikalisch adäquat umgesetzt werden konnten. Dieses Verständnis für Ausdruck und Inhalt von Musik entwickelt sich meist nur allmählich an entsprechenden Beispielen.
In dieser Arbeit wird nun der Frage nachgegangen, wie Musik beschaffen sein soll, die nicht nur den Spiel- und Bewegungstrieb von Kindern befriedigt, sondern darüberhinaus auch dem Anspruch gerecht werden kann, eine solche Musikalität zu fördern. Einer kurzen Darstellung der Entwicklung pädagogischer Musik folgt eine Gegenüberstellung von Meinungen und Zitaten einiger Komponisten von Johann Sebastian Bach bis zu Karlheinz Stockhausen zur konkreten Umsetzung pädagogischer Ideen in Spielliteratur.
Konkretisierung erfährt die Thematik am Beispiel des in München ausgebildeten Komponisten und Schulmusikers Christian Ridil, der heute als Universitätsmusikdirektor der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main tätig ist und dort mit vielen vorwiegend aus Laien bestehenden Ensembles arbeitet. Er wird mit einem kurzen Lebenslauf, einem Interview und der Analyse mehrerer seiner Vokal- und Instrumentalwerke im Hinblick auf die oben skizzierte Fragestellung nach dem musikalisch-ästhetischen „Wert" solcher Kompositionen, die speziell für Schüler entstanden, vorgestellt.
176 Seiten, 2 Abbildungen, zahlreiche Notenbeispiele
| ISBN 978-3-929379-02-0 | Erscheinungsjahr: 1997 | 20,- € |
3. PianoPädagogik
Ludwig Striegel
Schlaffe Präludien und verdorrte Embryos
Klavierspielen mit Erik Satie Cover
Inhalt: Immer stärker rückt der französische Komponist Erik Satie (1866-1925) in das Bewusstsein der Öffentlichkeit - gleichermaßen als schillernde Figur mit schrulligen Eigenheiten, als hintergründiger Humorist wie als visionärer Neuerer, bei dem sich Meditation und Unterhaltungsmusik ebenso verweben wie Berieselungsmusik und multimediale Experimente. Da ein Großteil der Kompositionen Saties für Klavier geschrieben und überdies spieltechnisch nicht schwierig ist, bietet sich jedem Interessenten die Möglichkeit zu Entdeckungen: Was steht hinter den "meditativen", ganz langsam zu spielenden Frühwerken; was bedeuten die ungewöhnlichen Spielanweisungen und die Storys zur Musik, welche Bedeutungen erschließen sich aus dem Zusammenwirken mehrerer Sinnesebenen in den multimedialen Kompositionen, was macht den spezifischen Humor Saties aus, welche Konsequenzen lassen sich daraus für die konzertante Präsentation seiner Musik ziehen? Fragen über Fragen, interpretatorische Fallstricke und philosophische Reflexionen - und überdies Anregungen zum kreativen Umgang mit Saties Musik, zum Umgestalten und Improvisieren mit präpariertem Klavier und Keyboard: Wer sich mit Erik Satie genauer auseinandersetzt, wird seine Überraschungen erleben, vielleicht Lust auf mehr bekommen, vielleicht aber auch den Wunsch verspüren, über dieser Faszination des Unerwarteten auch mit anderen in einen Diskurs einzutreten. Satie will auch für die Pädagogik entdeckt werden.
Zweite, revidierte und aktualisierte Auflage 2002
136 Seiten,7 Abbildungen, 12 Notenbeispiele
| ISSN 1433-724X | ISBN 978 -3-929379-08- 2 | 16,- € |
Rezension: In diesem thematisch geschickt gewählten Eröffnungsband der Reihe "PianoPädagogik" regt Striegel in einem auch für Nicht-Fachleute verständlichen und kurzweiligen "Dialog" dazu an, sich klavierspielend, nachdenkend, analysierend und diskutierend mit Saties Klaviermusik auseinanderzusetzen wie auch pianistisch und klavierpädagogisch "quer zu denken", fordert seine LeserInnen durch Skizzieren mehrerer Deutungsansätze auf, selbst Stellung zu beziehen, und bietet damit insgesamt eine gute Einführung in Saties Klavierwerk, die neben einem wohldosierten Überblick zur differenzierten Betrachtung einzelner Aspekte hinführt und mit den beigefügten Listen der Notenausgaben, Einspielungen und weiterführenden Literatur reichlich Material zur vertiefenden Beschäftigung bereitstellt. (Üben und Musizieren, Heft 3/1998)
Inhalt: Neue Musik ist nach wie vor in Konzerten wie im Instrumentalunterricht unterrepräsentiert – eine Tatsache, für die es viele Gründe, aber nur wenige Lösungen gibt. Der Autor sieht im eigenen Spielen und im kreativen Umgang mit ihr den am meisten Erfolg versprechenden Weg, Barrieren abzubauen und Interesse zu entwickeln. Nach einer Einführung in die Thematik werden Klavierstücke vorgestellt, die vom Schwierigkeitsgrad her der Unter- und Mittelstufe zuzuordnen sind. Denn schon auf diesem Niveau gibt es eine Fülle von Werken, die etwas von der Faszination dessen vermitteln, die diese Musik als „neu" erfahren lässt. Dazu gehört die Begegnung mit ungewöhnlichen Kompositionssystemen ebenso wie der Reiz ungeahnter Klänge. Hörerwartungen werden enttäuscht und entwickeln ein Eigenleben in neuen Kontexten, zu denen die Verstörung als wesentliches Gestaltungsprinzip gehört. Es wird ein Bogen gespannt von Liszt als Vorläufer im 19. Jahrhundert über die Schönberg-Schule, Strawinsky, Bartók und die „Groupe de Six" bis zu den Klangvisionen des Futurismus, Pärts meditativen Klängen, Minimalismen bei Philip Glass und Chick Corea. Neue Klangerfahrungen vermitteln Stücke von Takacs, Lachenmann sowie Kurtág, in dessen „Spiele" sich Dimensionen und Grenzen Neuer Musik vielleicht am Radikalsten zeigen. Die Besonderheit des Buches besteht darin, dass der Autor das „Neue" in der Neuen Musik in der Vorstellung wenig bekannter oder auch in einer ungewöhnlichen Sichtweise bekannter Stücke aufzeigt. Auf diese Art und Weise erweist sich die Darstellung als aufschlussreiche Lektüre sowohl für die Leser, die einen ersten Zugang zu Neuer Musik anstreben, als auch für Kenner der Materie, die offen sind für neue Sichtweisen.
129 Seiten, 19 Abbildungen, Erscheinungsjahr 2002
| ISSN 1433-724X | ISBN 978 -3-929379-07- 5 | 16,- € |
Burkhard Muth
Theodor Leschetizky – der bedeutendste Klavierlehrer, den die Welt je gesehen hat?
Eine Einführung in Leben, Werk und Wirken des Pädagogen, Pianisten und Komponisten
Die vorliegende Studie stellt eine erste Begegnung mit einer der schillerndsten Musikerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts dar. Theodor Leschetizkys Bekanntheitsgrad basiert in erster Linie auf seinen überragenden Leistungen als Klavierpädagoge, während sein sonstiges künstlerisches Wirken, insbesondere seine Kompositionstätigkeit bis dato weitgehend im Dunkeln liegt. Ausgangspunkt für die Untersuchung war dabei die Beobachtung, dass die bisherige Rezeption in krassem Gegensatz zu seiner Bedeutung für das Musikleben im 19. Jahrhundert im Allgemeinen sowie für die Geschichte der Klavierpädagogik im Besonderen steht. Die Schrift versteht sich von daher als eine erste Bestandsaufnahme und ist so konzipiert, dass sie zu einer weiteren Beschäftigung mit dem Thema anregen soll.
Im Darstellungsteil wird zunächst die Aktualität Leschetizkys aufgezeigt, insbesondere seine Langzeitwirkung auf die klavierpädagogische Literatur. In der Folge wird an allgemeinen Beispielen sowie einer Analyse der Zeitschrift PianoNews seine Medienpräsenz aufgezeigt. Das Kapitel „Liszt und Leschetizky" zeigt, dass beide Musikerpersönlichkeiten in der Fachliteratur häufig in einem Atemzug genannt werden, wenn von den bedeutendsten Klavierlehrern des 19. Jahrhunderts die Rede ist.
Konkretisierung erfährt Leschetizkys pädagogisches Wirken durch die Einbettung in den biographischen Kontext einiger renommierter Schüler (Ignacy Jan Paderewski, Artur Schnabel, Elly Ney, Czeslaw Marek). Im Kapitel „Klavierspielen mit Theodor Leschetizky" werden fünf leichte bis mittelschwere Stücke vorgestellt, die eine Bereicherung der Unterrichtsliteratur darstellen. Dazu gesellt sich mit „Andante Finale" op. 13 ein sehr virtuoses Stück für die linke Hand solo, das aber auch unter pädagogischen Vorzeichen steht, da an ihm technisch wie musikalisch viel gelernt werden kann.
Der Darstellungsteil wird abgerundet durch eine Zusammenfassung, in der einzelne Punkte erweitert werden, einen biographischen Überblick, ein Werkverzeichnis, eine Liste seiner neu erschienenen Notenausgaben sowie eine Diskographie.
Im Anhangsteil finden sich die Textbelege zu Kapitel 1.3. sowie mit der Schrift von Annette Hullah (1901) ein ins Deutsche übertragene Zeitdokument.
219 Seiten, 7 Abbildungen, 11 Notenbeispiele, Erscheinungsjahr 2003
| ISSN 1433-724X | ISBN 978 -3-929379-09- 9 | 29,- € |
Buchvorstellung: Frappierendes pädagogisches Erbe:. Theodor Leschetizky - der bedeutendste Klavierlehrer, den die Welt je gesehen hat? Von keinem Geringerem als Harold C. Schonberg stammt die legendäre Äußerung, die die außerordentliche Bedeutung Theodor Leschetizkys (1830-1915) für die Klavierpädagogik beschreibt: Beethoven war Czernys Lehrer und dieser wiederum unterrichtete Liszt und Leschetizky, Liszt und Leschetizky jedoch die ganze Welt. (NMZ 3/2004, S. 27)
Inhalt: Das am Anfang unseres Jahrhunderts entstandene Libell entstand aus einem Vortrag heraus und setzte in seiner neuromantischen Sichtweise einen deutlichen Kontrapunkt zu den im Laufe des "Methodikerstreits" entstandenen nur allzu rational-physiologischen Tendenzen. Wie stark das Bedürfnis für ein Oeuvre dieser Art war, belegt allein die Tatsache, dass es insgesamt 7 Auflagen erlebte, dessen 5. Auflage nun als Reprint vorliegt. Bemerkenswert ist aber über den zeitbedingten Erfolg hinaus dessen nachhaltige Rezeption in der Geschichte der Klavierpädagogik. Erwähnt wird das Werk u. a. in Rudolf Maria Breithaupts einflußreichem Standardwerk "Die natürliche Klaviertechnik" als gewichtiger Beitrag zur Vortragslehre. Walter Niemann begrüßt es in seiner Bearbeitung von Kullaks "Ästhetik des Klavierspiels" als "durchaus subjektives, dichterisch und phantasievoll, romantisch, malerisch-bildhaft und naturbeseelt auslegendes modernes Künstlerbuch", während Carl Adolf Martienssen in seinem Buch "Schöpferischer Klavierunterricht" die "ekstatisch bewegte Klangwelt Josef Pembaurs" herausstellt. In welche Richtung Pembaur auch pädagogisch wirkte, zeigt sich an einer Schrift seiner Schülerin Frieda Schmidt-Maritz mit dem Titel "Musikerziehung durch den Klavierunterricht", der als ganzheitlich zu nennender Ansatz weit über die Bewältigung spieltechnischer Problemen hinausgeht und die Persönlichkeitsbildung mit Hilfe von Musik ins Zentrum aller pädagogischen Bemühungen stellt - in etlichen Details fühlt sich der Lehrer Pembaur auch reformpädagogischen Ideen verpflichtet. Weitere Rezeption erfuhr die Schrift beispielsweise auch bei Josef Dichler ("Der Weg zum künstlerischen Klavierspiel") oder in Czeslaw Mareks "Lehre des Klavierspiels". "Von der Poesie des Klavierspiels" erinnert stilistisch sehr stark an Wackenroder/Tieck und klingt - laut vor sich hingesprochen - wie ein poetischer Text, dessen Bildhaftigkeit ihn zu einem Lesevergnügen für Klavierspieler werden lässt, die Sinn für die Suggestivkraft von Sprache haben: So wird die Welt des poetischen Klavierspiels zu einem Gegenentwurf, zu einem Utopia voll gefühlsbetonter Innerlichkeit in einer mechanisierten Umwelt. Dass diese Worte, niedergeschrieben 1998, am Ende eines wahrlich umwälzenden Jahrhunderts, noch die gleiche Gültigkeit haben wie im Jahr 1910, sollte uns zu denken geben. Maßgeblich für Pembaur ist sein Ausdruckswollen, das keine unbedeutenden oder beiläufigen Töne kennt. In der Konzentration auf Musik als ein Medium der Expression und Kommunikation liegt die Modernität von Pembaurs Gedanken.
62 Seiten, zahlreiche Notenbeispiele, Erscheinungsjahrt 1998
| ISSN 1433-724X | ISBN 978 -3-929379-03- 7 | 13,- € |
Rezension: Pembaur bleibt nicht bei ästhetischen Überlegungen stehen, sondern gibt in verschiedenen Kapiteln seines Büchleins ganz konkrete Hinweise zur technischen Ausführung auf dem Instrument. [...] Pembaurs Gedankengänge sind zugleich aber auch heute noch aktuell, da sie eine Fülle von technischen und künstlerischen Problemen des Klavierspiels ansprechen, denen jeder Pianist - damals wie heute - immer wieder begegnet. (NMZ 5/99, S. 23)